In diesem Entwicklungsfenster wird die Grundtechnik stabilisiert und dadurch erhöht sich die Wichtigkeit der geeigneten Materialauswahl. Falsches Material kann die Technikentwicklung behindern. Im Gegenzug dazu kann richtiges Material die Sicherheit und das Vertrauen fördern.
Zudem wird die technische Präzision erhöht und Voraussetzungen geschaffen, die die Grundlage für ein stetiges Steigern der Schanzengröße bilden. Es soll keinesfalls die aerodynamische Optimierung schon eine Rolle spielen! Es besteht sonst die Gefahr, dass Technikelemente gelernt werden, die später wieder angepasst werden müssen. Auch in diesem Abschnitt gilt: Umlernen ist immer schwieriger als Neulernen!
Im Mittelpunkt steht weiterhin das Erlernen eines natürlichen Absprungs. Zudem ermöglichen die Fersenfreiheit, die höhere Geschwindigkeit und die damit verbundenen höheren Luftkräfte das Erlernen der so genannten Übergangsphase in den Flug. Das Herstellen und Erspüren des „Systemgleichgewichts“ mündet in das ansatzweise „Gleiten“ am Aufsprunghang entlang.
Dies Kräfte müssen bewältigbar sein und dabei spielt die Materialauswahl eine wichtige Rolle.
Grundsätzlich gilt, dass die Ski im Zweifelsfall eher zu kurz als zu lang sein sollten. Bis zum Erlernen einer stabilen Grundtechnik bis zu einer Schanzengröße von 25m sollte man sich keinesfalls an der FIS-Tabelle orientieren. Auch danach gilt es, sich nicht im theoretischen Maximalbereich von 145% Skilänge im Vergleich zur Körpergröße zu bewegen, sondern eher den Bereich 130 bis 140% anzuvisieren – je nach Könnensstufe. Bei Ski gilt ähnlich wie bei Schuhen, dass die Materialien nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Ältere Ski sind meist steif und schwer und behindern den Lernprozess. Zusätzlich spielt das Spannungsverhalten der Ski eine große Rolle. Große Spannung im Bindungsbereich verhindert das Durchdrücken der Ski auf den Belag bei leichteren Sportlern und führt zum Geschwindigkeitsverlust im Anlauf. Außerdem resultiert aus einer zu großen Spannung im Bindungsbereich ein zu geringer Anstellwinkel der Ski im ersten Flugteil, was das Erlernen der Einnahme der richtigen Flugform erschwert.
Bei einem Wachstumsschub muss die Skilänge angepasst werden. Sprünge bei der Anpassung der Skilänge über 5cm sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Auch wenn der finanzielle Einsatz beträchtlich ist, sollte man hier nicht sparen und eventuell kann man sich mit einem Tausch behelfen.
Ist man bereits so versiert, dass man Sprungschuhe benutzen kann, ist die Passform entscheidend. Man sollte auf keinen Fall eine Übergröße verwenden. Nicht nur weil das auch später auf Profiniveau nicht erlaubt ist, sondern vor allem wegen dem Fersensitz und dem Halt, der eine optimale Kraftübertragung ermöglicht. Das Modell im Kinder- und Schülerbereich ist bis zu einer Schanzengröße von 50m noch nicht so entscheidend. Wichtig ist auch hier, dass der Schuh eine gewisse Lebendsauer nicht überschritten hat, da hier die Kraftübertragung sonst nicht mehr gewährleistet ist und zudem ein Sicherheitsrisiko besteht. Bitte auch auf eine enge Schnürung achten! Da Kinder noch nicht so viel Kraft haben, lohnt es sich den jungen Kindern beim Schuhe binden zu helfen. Die Schuhe sollten auch nicht zu hart sein, da aufgrund verminderten Luftkräften nicht das entsprechende Fluggefühl aufgebaut werden kann.
Die Sprungbindung muss eine Sicherheitsbindung sein! Hier gibt es verschiedene Hersteller zur Auswahl. Stabbindungen sind zu Beginn zu vermeiden, weil sie keinen definierten Auslösepunkt haben und speziell bei leichten Athleten zu Verletzungen führen können. Es sollten auch keine Experimente bei der Bindungsmontage gemacht werden. Der Fuß sollte mittig über dem Ski stehen. Betreffend der Vorderskilänge ist es ratsam, zu den maximal erlaubten 57% von der Gesamtskilänge einen kleinen Spielraum zu lassen. Montiert man den Ski ein wenig weiter „vorne“, stellt sich der Ski nach dem Absprung schneller an und erleichtert das Einnehmen der Fluglage. Speziell bei einem Skilängenwechsel lohnt es sich zu Beginn den Vorderski zu reduzieren, um den Umstieg zu erleichtern. Die Mechanismen einer Bindung sind den Kindern mehrfach und genau zu erklären, weil unter Stress oftmals Leichtsinnsfehler zu einem Sturzrisiko mangels fehlerhaft bedienter Bindung kommen kann. Auch die Schrauben müssen in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, da hier noch das Bewusstsein der jüngeren Athleten fehlt, was hier für Gefahrenmomente drohen. Bei Standhöhe (1-2cm) und Hubhöhe (Abstand der Ferse zum Keil von 2-3 cm) ist von Experimenten bzw. Extremen abzuraten.
In diesem Alter sollte ein Sprunganzug getragen werden. Auch hier sind Extreme zu vermeiden. Der Anzug sollte auf keinen Fall zu klein sein und spannen, weil einerseits das Einnehmen einer optimalen Anfahrtsposition verhindert wird und andererseits kein Fluggefühl mangels Tragefähigkeit erworben werden kann. Der Anzug darf auch nicht deutlich groß sein, da er sonst zu viel Widerstand bietet und im Falle einer Optimierung im Anzugsschnitt Tragefähigkeit vortäuscht, die ein aktives Erlernen der Flugposition verhindert. Der Stoff darf in diesem Alter noch weicher sein und auch bei der Unterwäsche müssen noch nicht die Standards des FIS-Reglements umgesetzt werden. Funktionalität und auch Temperatur dürfen noch berücksichtigt werden. Aerodynamische Optimierung und „Materialdoping“ sind abzulehnen!
Hier gilt Ähnliches wie beim Grundlagentraining. Spätestens beim Bewältigen von Schanzengrößen über 50m ist das Tragen eines Sprunghelms nach neuester FIS DIN Norm zu empfehlen. Ebenso sollte das Tragen einer Skibrille Standard sein. Das Tragen von Rückenprotektoren ist individuell und muss mit der Anzuggröße konform gehen.